Kein Ertrag von Ihnen, und das ändert die Rechnung
Die Kurtaxe ist eine kommunale Abgabe, die der Gast zahlt, nicht Sie. Sie fällt pro Person und pro Nacht an, meist bis zu einer von der Gemeinde festgelegten Höchstzahl von Nächten. Für den Eigentümer ist sie ein durchlaufender Posten: Sie ziehen sie mit dem Aufenthalt ein und führen sie an die Gemeinde ab. Sie ist deshalb kein Ertrag von Ihnen und gehört nicht in die Bemessungsgrundlage der Cedolare secca. Eingezogen wird sie von dem, der beim Gast kassiert; abgeführt von dem, den die Gemeindesatzung als Verantwortlichen benennt.
Das klingt nach dem banalsten Thema von allen, und es ist das, bei dem wir die meisten falschen Rechnungen sehen: eine aufgeblähte Bemessungsgrundlage, weil die Kurtaxe in den Jahreseinnahmen gelandet ist.
1. Was sie ist
Die Kurtaxe ist eine Abgabe, die Gemeinden per eigener Satzung einführen und regeln können, um Tourismus, kommunale Dienste und Kulturgüter zu finanzieren. Sie schuldet, wer übernachtet, also Ihr Gast, und sie wird pro Person und Nacht berechnet. Fast alle Satzungen sehen eine Höchstzahl von Nächten vor, ab der nichts mehr anfällt, und fast alle kennen Befreiungen.
Sie zahlen sie nie aus eigener Tasche: Sie sammeln sie ein, halten sie getrennt, führen sie ab und rechnen darüber ab. Das Problem entsteht erst, wenn sie sich mit dem übrigen Geldeingang vermischt.
2. Durchlaufender Posten, kein Ertrag
Das ist der Punkt, der mehr wiegt als alle anderen zusammen. Die Kurtaxe ist weder Ihr Ertrag noch Ihr Aufwand noch Teil der Miete: es ist fremdes Geld, das durch Sie hindurchgeht. In die Bemessungsgrundlage der Cedolare secca gehört sie nicht, und sie ist auch nicht Teil des Entgelts, auf das ein Vermittler die Quellensteuer berechnet.
Wer sie zu den eigenen Einnahmen addiert, hat eine aufgeblähte Bemessungsgrundlage und versteuert Geld, das er nie verdient hat. Das Gegenmittel ist simpel: eine eigene Zeile, vom ersten Tag an, nicht am Jahresende, wenn alles aus dem Gedächtnis rekonstruiert werden muss.
3. Wer einzieht und wer abführt
Zwei getrennte Rollen, und es lohnt sich, sie getrennt zu denken. Eingezogen wird von dem, der beim Gast kassiert: das können Sie beim Check-in sein, der Verwalter, der das Haus betreut, oder in manchen Fällen das Portal, das die Abgabe schon bei der Buchung belastet hat. Abgeführt wird von dem, den die Satzung als Verantwortlichen benennt.
In der Praxis fallen die Rollen fast immer zusammen: kassiert ein Vermittler, haftet der Vermittler für Abführung und Erklärung. Die eine Frage vor jeder Unterschrift lautet deshalb: wer zieht auf jedem Kanal ein, und wer führt ab? Wenn die Antwort je nach Kanal wechselt und niemand es aufschreibt, ist das die Stelle, an der später Nachforderungen entstehen.
4. Wie hoch ist die Kurtaxe auf Sardinien 2026? Die Beträge pro Gemeinde
Weil es ihn nicht geben kann. Jede Gemeinde hat ihre eigene Satzung, und darin unterscheiden sich Betrag pro Person und Nacht, Höchstzahl der Nächte, Befreiungen und Erklärungsfristen. Zwei Orte zwanzig Kilometer auseinander können unterschiedliche Beträge und unterschiedliche Fristen haben, und viele Gemeinden staffeln nach Saison oder nach Art der Unterkunft.
Auf Sardinien liegt die Kurtaxe für eine Kurzzeitvermietung 2026 zwischen 1 und 5 Euro pro Person und Nacht: Cagliari 2 Euro (3 im Sommer), Quartu 1, Villasimius 1, Arbus 2, Dorgali 1,50, Olbia 3,50, Golfo Aranci 4, Arzachena 1,50, Alghero 2. Villen der Katasterkategorie A/7 zahlen in Olbia, Golfo Aranci und Arzachena 5 Euro.
Das sind die Beträge für die Saison 2026 in den sardischen Gemeinden, in denen wir arbeiten, für Kurzzeitvermietung und Ferienhäuser, am 11. September 2026 aus den Gemeindebeschlüssen und Satzungen gelesen. Maßgeblich bleibt die Satzung Ihrer Gemeinde in der dieses Jahr gültigen Fassung: prüfen Sie vor der Abführung, ob sie sich geändert hat.
| Gemeinde | Betrag | Besteuerte Nächte | Zeitraum | Befreite Kinder | Beschluss |
|---|---|---|---|---|---|
| Cagliari | 2,00 Euro; 3,00 Euro im Juli, August und September | die ersten 5 | ganzjährig | unter 12 Jahren | Beschluss G.C. 333 vom 30. Dezember 2025, gültig ab 1. April 2026 (Quelle) |
| Quartu Sant'Elena | 1,00 Euro | die ersten 5 | März bis Oktober laut Satzung; 2025 erst ab 1. Juni, Bekanntmachung 2026 prüfen | unter 14 Jahren | Satzung C.C. 66 vom 6. August 2024, Tarife G.C. 28 vom 12. Februar 2025, weiter gültig (Quelle) |
| Villasimius | 1,00 Euro | alle | 1. März bis 31. Oktober | unter 10 Jahren | Satzung, letzte Änderung C.C. 25 vom 28. Dezember 2023 (Quelle) |
| Arbus (Torre dei Corsari) | 2,00 Euro | die ersten 10 | ganzjährig | unter 12 Jahren | Satzung C.C. 62 vom 19. Dezember 2023, Tarife G.C. 15 vom 21. Februar 2025, für 2026 fortgeschrieben (Quelle) |
| Dorgali und Cala Gonone | 1,50 Euro | alle | 1. April bis 31. Oktober | unter 14 Jahren | Satzung C.C. 55 vom 27. November 2023, Tarife 2026 unverändert laut Bekanntmachung vom 18. Dezember 2025 (Quelle) |
| Olbia (Pittulongu, Porto Rotondo, Portisco, San Pantaleo) | 3,50 Euro; 5,00 Euro für Häuser der Katasterkategorie A/7 | die ersten 7 | ganzjährig | unter 16 Jahren | Tarife G.C. 534 vom 13. November 2025, Satzung C.C. 36 vom 23. April 2026 (Quelle) |
| Golfo Aranci | 4,00 Euro; 5,00 Euro für Häuser in A/7; von November bis März halbiert | die ersten 30 | ganzjährig | unter 12 Jahren | Tarife G.C. 264 vom 11. Dezember 2025 (Quelle) |
| Arzachena (Porto Cervo, Baja Sardinia, Cannigione) | 1,50 Euro; 5,00 Euro für Häuser in A/7 | die ersten 7 | 1. Juni bis 30. September | unter 12 Jahren | Tarife G.C. 237 vom 18. November 2025 (Quelle) |
| Alghero | 2,00 Euro | die ersten 7 | ganzjährig | unter 12 Jahren | Tarife G.C. 376 vom 20. November 2025 (Quelle) |
Drei Dinge, die aus der Tabelle allein nicht hervorgehen. In Olbia, Golfo Aranci und Arzachena hängt der Betrag von der Katasterkategorie des Hauses ab, nicht vom Vertrag: eine Villa in A/7 zahlt den hohen Satz, und das steht im Katasterauszug. Wo das Portal eine Vereinbarung mit der Gemeinde hat (Olbia 5% des Aufenthalts, Arzachena 3%), kann die Kurtaxe vom Portal prozentual statt pro Nacht einbehalten werden. Die Nächte zählen pro zusammenhängendem Aufenthalt im selben Haus, und die vollständigen Befreiungen (Menschen mit Behinderung und Begleitpersonen, Polizei im Dienst, wer vor Ort arbeitet) stehen in der Satzung jeder Gemeinde.
5. Befreiungen, und warum sie dokumentiert gehören
Fast alle Satzungen sehen Befreiungen vor: typischerweise Kinder bis zu einem bestimmten Alter, oft Menschen mit Behinderung und deren Begleitung, manchmal bestimmte berufliche Aufenthalte. Die Listen unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde, deshalb lässt sich hier keine allgemeine Regel angeben.
Was überall gilt: eine Befreiung, die nicht dokumentiert ist, wird bei einer Prüfung behandelt wie eine, die es nicht gab. Wer bei der Ankunftserfassung sauber notiert, wer wie viele Nächte geblieben ist und wer befreit war, hat die Erklärung praktisch schon geschrieben.
6. Was schiefgeht, in der Reihenfolge der Häufigkeit
Die Kurtaxe landet in den Einnahmen. Ergebnis: zu hohe Steuer auf Geld, das nie Ihres war.
Niemand weiß, wer auf welchem Kanal einzieht. Ergebnis: entweder wird doppelt kassiert, was der Gast merkt, oder gar nicht, was die Gemeinde merkt.
Die Erklärungsfrist wird verpasst. Sie ist kommunal geregelt und fällt nicht mit dem Steuerkalender zusammen, den Sie sonst im Kopf haben.
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Woher diese Angaben stammen
Stand dieser Seite: September 2026. Wir sind Hausverwalter, keine Steuerberater: diese Seite erklärt, wie die Regeln funktionieren, und ersetzt keine Beratung zu Ihrem konkreten Fall. Italienische Steuer- und Meldevorschriften ändern sich häufig, oft mit dem Haushaltsgesetz zum Jahreswechsel. Bevor Sie eine Entscheidung treffen, lassen Sie den Stand von einem italienischen Steuerberater prüfen. Wenn Sie keinen haben, stellen wir den Kontakt her. Die italienische Fassung dieser Seite finden Sie unter propertize.it/proprietari/guide/imposta-di-soggiorno/.